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Rumänien 2015

BESUCH IN SCHINENI (RUMÄNIEN)
ZUM 15. JÄHRIGEN JUBILÄUM DES KINDERHEIMES

Anreise

Am 01.10.2015 startet mein Abenteuer „ Auf den Spuren der Bernhard-Bosch-Stiftung“.

Zusammen mit meiner Cousine, Anna Terfloth, Schwester Adelgundis und Schwester Theodora (Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel / SMMP) fliegen wir von Düsseldorf nach Rumänien.

Schwester Adelgundis und Schwester Theodora übernahmen vor 15 Jahren mit Unterstützung von Renate Bosch (Vorsitzende der Bernhard-Bosch-Stiftung) den Aufbau des Kinderheimes. Bis heute engagiert sich Schwester Theodora vor Ort mit viel Liebe für die Kinder.

Nach ca. 3 Stunden Flug kommen wir in Lasi an. Es erwartet uns ein Flughafen so klein, dass auf der Startbahn immer nur ein Flugzeug starten oder landen kann. Die Armut in Rumänien wurde uns direkt vor Augen geführt und in den nächsten Tagen noch verdeutlicht. Eduard, ein Erzieher des Kinderhauses holt uns mit einem „alten“ Auto ab, dass Dank der Bernhard Bosch Stiftung seit fast 15 Jahren im Besitz der Schwestern vor Ort ist. Abgesehen von ein, zwei Fahrrädern, ist dieses Auto das einzige Fortbewegungsmittel. Auf der zweistündigen Autofahrt nach Schineni kommt es uns so vor, als wären wir in einer anderen Welt. Das wir nur 3 Stunden Flug entfernt und immer noch in der EU sind, davon erkennen wir nichts mehr. Alte und heruntergekommene Häuser säumen die Straßen. Kühe und Pferde stehen am Straßenrand oder laufen frei auf den großen, weiten Feldern.

Exkurs – Land und Leute ; Schineni

Das Dorf Schineni gehört zur politischen Gemeinde Saucesti und umfasst ungefähr 4000 Einwohner. Es liegt in einem Tal, umgeben von den Flüssen Siret und Bistrita, welche in den vergangen Jahren schon öfters zu heftigen Überschwemmungen führten. Diese sind für alle Einwohner immer besonders dramatisch, da Gebäude und Straßen nicht die Qualität besitzen, um diesen Naturkatastrophen entgegenwirken zu können und somit Hilfe und Verpflegung von außerhalb fast unmöglich macht.

Aber Überschwemmungen sind lange nicht das Einzige, womit die Bewohner von Schineni und den Dörfern in der Umgebung und ganz Rumänien zu kämpfen haben.

Häuser mit Klimaanlage und Heizungen sind in Rumänien die Ausnahme und besonders in den kleinen Dörfern eigentlich nie anzutreffen. Das macht das Leben, besonders für die älteren und kranken Menschen, sowohl im Sommer bei 40 Grad, als auch im Winter bei -20 Grad sehr schwer.

In den letzten Jahren waren 33 % der Kinder von Armut betroffen - Rumänien ist hier nicht nur Spitzenreiter der EU, sondern liegt damit auch weltweit ganz vorne. Die gesamte Armutsrate beträgt rund 43% und nur 20 % der Bevölkerung verdient mehr als 350 Euro im Monat. Auch der Beitritt zur EU verbesserte diese Situation nicht wirklich. Es gibt zwar jetzt Sozialhilfe, diese beträgt aber nur 8,50 Euro pro Monat pro Kind und eine fünfköpfige Familie bekommt umgerechnet nur ca. 95 Euro für einen ganzen Monat. Die meisten Häuser in Schineni haben nicht mehr als 30 qm. Selbstverpflegung wird hier ganz groß geschrieben, denn zum Einkaufen fehlt den meisten das Geld.

Durch die Bernhard Bosch Stiftung, den Schwestern und den fleißigen Helfern, die regelmäßig zu Besuch kommen, wurde die Dorfstraße von Schineni gepflastert und viele haben jetzt fließendes Wasser. Einige haben sogar Strom, aber das ist die Ausnahme. Viele Leute in den Dörfern und sogar einige in den größeren Städten Rumäniens müssen das Wasser noch aus dem Brunnen holen. Dusche oder Badewanne ist für die meisten ein Fremdwort und etwas, in dessen Genuss sie niemals kommen werden.

Ankunft in Schineni

Trotz der Tatsache, dass viele am Existenzminimum leben, sehen wir so viele freundliche, hilfsbereite und lachende Menschen wie niemals zuvor. Als wir am Schwesternhaus ankommen, stehen schon alle Schwestern an der Straße und winken uns freudig zu. Die herzlichste Begrüßung unseres Lebens und viele Umarmungen und nette Worte machen unsere Ankunft perfekt.

Das Kinderheim

Eine Einfahrt auf der Dorfstraße, hinter dem grünen Tor. Dort befinden sich das Gästehaus und 2 Kinderheime, das „St. Josef Haus“ und dahinter das „Casa Bernhard Bosch“. Im Gästehaus wohnen die Missionare auf Zeit, Helfer und Besuch aus aller Welt. Im „St. Josef Haus“ wohnen die jüngeren Kinder. Die Älteren wohnen im „Casa Bernhard Bosch“ nebenan. Beide Häuser sind darauf ausgelegt, dass in zwei Zimmern jeweils vier Mädchen und vier Jungs schlafen können. Es gibt in jedem Haus einen Gemeinschaftsraum zum Hausaufgaben machen und spielen, eine Küche und ein Bad. Im St. Josef Haus gibt es sogar noch einen kleinen Raum mit einem Keyboard. In beiden Häusern stehen den Kindern viele Spiele und ein Fernseher zur Verfügung.

Auch wenn die Kinder in getrennten Häusern schlafen, so wohnen sie doch zusammen. Mit den Schwestern und Betreuern sind alle wie eine große Familie und für die Kinder ist es, als hätten sie jede Menge Geschwister. Sie spielen, lernen und leben alle zusammen, sie helfen gemeinsam im Haushalt, bei der Verpflegung und bei der Gartenarbeit. Im Garten werden Tomaten, Paprika, Äpfel und andere Sachen angebaut und es ist auch noch Platz für einige kleine Nutztieren wie Hühner, Puten und eine Ziege.

Trotz der Armut und dem Leid, welches einigen Kinder wiederfahren ist, sind sie offen, freundlich und voller Lebensfreude.

Die Kinder im Kinderheim

Anfang 2000 haben Schwester Theodora und Juliana Ciceu (Sozialarbeiterin/ Pädagogin) aus Rumänien, die Kinderheime zum Leben erweckt. Früher haben sie Kinder von der Straße aufgesammelt und ihnen ein zu Hause gegeben. Heute werden verlassene, verwaiste oder verwahrloste Kinder über das Jugendamt an das Kinderheim vermittelt. Einige Kinder werden noch hin und wieder von Ihren Eltern besucht. Eigentlich müsste man sich darüber freuen, jedoch ist das gerade für die kleineren Kinder oft sehr traurig. Nadja, die Psychologin, erzählt uns von dem kleinen Jungen „Claudiu“, der auch unsere Herzen sofort erobert hat. Bei jedem Besuch seiner Mutter verspricht sie ihm, dass er bald nach Hause kommen kann. Dies ist aber unmöglich, denn das „zu Hause“ wird niemals so sein, dass der Kleine dort leben kann. Nach so einem Besuch ist es für die Psychologin sehr schwer, die Kinder zu beruhigen und davon zu überzeugen, dass das Kinderheim für sie ein besseres zu Hause ist. Viele Frauen in Rumänien haben kaum eine Bildung erhalten und wissen nicht, was es bedeutet, ein Kind großzuziehen. Auch wenn die meisten weder psychisch, noch physisch in der Lage sind einem Kind ein Leben zu bieten, bekommen viele Leute viele Kinder. Das Leben der Kinder ist daher meist geprägt von Hunger und Gewalt, da viele Erwachsene auf Grund der starken Armut auch alkoholabhängig sind.

Trotz allem sind sie froh, in Schineni zu sein und haben durch die anderen Kinder, die Erzieher und die Schwestern eine Familie bekommen. Gemeinsam sorgen sie für eine Weiterbildung nach der 8. Klasse. Nur so haben sie die Chance auf eine bessere Zukunft.

Das Haus der Zukunft

Das „Haus der Zukunft“ ist erst vor ein paar Jahren durch die Mittel der Bernhard- Bosch-Stiftung gebaut worden. Hier wohnen vorläufig die ehemaligen Kinder der Wohnheime, die jetzt 18 Jahre alt sind und sich noch in der Ausbildung befinden oder noch zur Schule gehen. Im „Haus der Zukunft“ lernen sie, auf eigenen Beinen zu stehen und in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen. Zurzeit wohnen dort zwei junge Frauen, die sich in der Ausbildung zur Köchin und zur Krankenschwester befinden. Neben Ihrer Ausbildung und der Organisation ihres eigenen Haushaltes, helfen beide Frauen den Schwestern beim Kochen, Waschen und anderen Dingen mit einer Selbstverständlichkeit und Freude, von der wir stark beeindruckt sind.

Es gibt hier auch einen großen Gemeinschaftsraum, in dem der örtliche Chor probt oder sich die Dorfälteren zu Versammlungen treffen. Im Winter kommen die Menschen hier oft zusammen, um sich aufzuwärmen, da das „Haus der Zukunft“ eins der wenigen Häuser mit Heizung ist.

Die Sozialeinrichtung in Schineni

Neben der Leitung des Kinderheims hat Luliana Ciceu auch den Aufbau einer Sozialeinrichtung organisiert. Hier bekommen Kinder, die noch zu Hause wohnen und deren Eltern aber am Existenzminimum oder kurz davor leben, ein warmes Mittagsessen und Hilfe bei den Hausaufgaben. Nachmittags wird dann zusammen gemalt und musiziert.

Trotz all der Armut sind die Kinder offen und machen einen zufriedenen Eindruck. Über unserem Besuch freuen sie sich so sehr,dass sie uns viele, gemalte Bilder schenken unduns ihre eingeübten Musikstücke vorspielen.

Vor kurzem hat die Sozialeinrichtung einen Physiotherapeuten eingestellt. Er behandelt kostenlos die Kinder und die Ältesten der Stadt.

Das Fest zum 15. Jubiläum

Am 03. Oktober war dann der große Tag - die Feier anlässlich des

15 jährigen Jubiläums. Der Tag beginnt mit einem Gottesdient in der Dorfkirche von Schineni. Nicht nur die Kinder, Erzieher und Schwestern sind anwesend, sondern auch der Bürgermeister, die Kinder, die schon nicht mehr im Heim wohnen und einige Dorfbewohner. Der Pfarrer und der Dekan der Stadt leiten den Gottesdienst. Nach wunderschönen Musikstücken und Danksagungen, auch an Renate Bosch stellvertretend für die Bernhard-Bosch-Stiftung, welche die Arbeit in Schineni von Anfang an unterstützt hat, rührt die Fotoshow der letzten 15 Jahre einige zu Tränen.

Anschließend geht es zum Kinderheim, wo bereits alles schön gedeckt ist und wir mit rund 50 Gästen gemeinsam in der Sonne essen. Nach dem Essen sehen wir uns mit Begeisterung die Auftritte der Kinder an. Sie singen, tanzen und führen Sketche auf.

Auch die heutigen Erwachsenen, welche als Kinder im Waisenheim gelebt haben, kommen zu diesem Fest. Zwar wohnen sie nicht mehr dort, aber sie gehören immer noch zur „Familie“. Niemand ist allein und alle bleiben immer in Kontakt und besuchen sich gegenseitig. Das Kinderheim bietet nicht nur eine Familie, sondern auch eine Zukunft, so sind ein paar der Kinder, die vor 15 Jahren aufgenommen wurden jetzt in Deutschland oder machen eine Ausbildung in der Nähe von Schineni.

Ziel ist es, den Kinder eine gute Schulbildung und somit eine gute Ausbildung zu ermöglichen, damit sie eine Chance auf eine bessere Zukunft haben und der Armut ein Stück weit entkommen können.

Das Ende einer spannenden Erfahrung

Unsere Tage in Schineni, einem Dorf in dem man sich fühlt, als wäre die Zeit stehen geblieben, waren faszinierend. Es ist toll zu sehen, wie mit Hilfe der Schwestern vor Ort, mit der Unterstützung der Bernhard-Bosch-Stiftung und einigen Freiwilligen ein ganzes Dorf fortschrittlicher gemacht werden kann. Die Hilfe der Stiftung und die Liebe der Schwestern ist das Herz von Schineni und bringt allen Dorfmitgliedern eine Zukunft. Egal, ob durch den Ausbau der Straßen und des Wassersystems oder die Möglichkeit Holz für den viel zu kalten Winter zu erhalten. Mit wenigen Mitteln und viel Liebe und Begeisterung erreichen die Menschen dort mehr, als wir uns je hätten vorstellen können.

Wir haben das kleine, romantische Dorf mit seinen Pferdewagen, Traditionen und mit all den tollen Menschen lieb gewonnen und werden alle schon bald wieder besuchen.

Ihre Alexandra Bosch

Oktober 2015


Verantwortung und Miteinander. Unsere Bernhard-Bosch-Stiftung. monari möchte seinen Erfolg teilen und die Liebe und Freude am Leben den Kindern und Jugendlichen, die es am dringendsten brauchen, mit Hilfe der Bernhard-Bosch-Stiftung weitergeben. Mitarbeiter, Kunden und Freunde unterstützen unsere verschiedenen langfristigen Projekte in Ostafrika und Rumänien. Auch in Deutschland übernehmen wir Verantwortung im Zuge von Familienpatenschaften oder durch die Förderung krebskranker Kinder. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, uns unbürokratisch und vor allem individuell zu engagieren.